Besonders die kommende Generation der Digital Natives schätzt Fahrzeuge, die vernetzt und einfach zu bedienen sind, den Fahrer bei Bedarf entlasten – und den nötigen Spaß bieten. Sie starrt auf das Display ihres Mobile Phones, sie simst, postet und definiert den eigenen Status durch das neueste Modell ihres Handys. Aber für eines interessiert sich die Generation Smartphone nur wenig – nämlich für Autos.

Die Zeiten sind vorbei, in denen auch unter jungen Käuferschichten ein PS-starker Pkw einer attraktiven Marke als das Statussymbol Nummer 1 galt. Autokonzerne und ihre Zulieferer setzen daher immer mehr auf Systeme, die digitalisiert und individualisiert ein intuitives Fahren ermöglichen, um diese junge Generationn erfolgreich zu umgarnen.

Bei diesem Konzept wird der Autofahrer in unterschiedlichen Situationen bedarfsgerecht unterstützt. Zukünftig kann das Fahrzeug sogar mit anderen Fahrern und seiner Umgebung interagieren.

Starten per Smartphone

Ein Entwicklungsziel ist daher ein System, bei dem Autofahrer das Parken per Smartphone delegieren können. Der Smartphone-Besitzer verlässt dann am Eingang eines Parkhauses das Auto und weist es an, einen geeigneten Platz zum Einparken zu finden. Ebenso kann er sich via Smartphone wieder von seinem Auto am Ausgang abholen lassen.

Möglich ist auch, das Auto via Smartphone zu ver- oder entriegeln, zu starten oder aus der Ferne auf bestimmte Fahrzeugdaten zuzugreifen. Autobesitzer können ihren Autoschlüssel so jederzeit dauerhaft oder vorübergehend übergeben – egal, wo sie sich gerade aufhalten.

Dafür senden sie lediglich den digitalen Schlüssel per Smartphone an die Person, die das Auto ausleihen möchte. Diese kann das Fahrzeug dann über ihr eigenes Smartphone ebenfalls ent- oder verriegeln und starten. Selbstverständlich gehört dazu ein Sicherheitskonzept mit digitalen Zertifikaten, wie sie beispielsweise bei Online-Banking verwendet werden.

Rundumblick

Die Möglichkeit, ein Fahrzeug exakt zu manövrieren bieten auch Multi-Kamera-Systeme: Sie zeigen dem Fahrer die Ansicht seines Autos aus der Vogelperspektive auf einem Bildschirm an. Das daraus resultierende dreidimensionale 360-Grad-Abbild der Umgebung bietet dem Fahrer eine vollständige Sicht rund um das Fahrzeug.

Mit dieser Technologie kann er sicher ein- und ausparken, weil er dank der Rundumsicht einen guten Überblick über tote Winkel und Hindernisse rund um das Fahrzeug bekommt. Das System besteht aus vier Miniatur-Digitalkameras und einer Bildbearbeitungssoftware. Die Kameras sind jeweils in die Seitenspiegel sowie in die Frontstoßstange und die Heckklappe eingelassen.

Helfendes Kameraauge

Das daraus resultierende Abbild wird auf dem Multifunktionsdisplay der Mittelkonsole angezeigt und lässt den Fahrer glauben, über dem Fahrzeug zu schweben. Das System ist in der Lage, ein Bild oder auch mehrere Bilder gleichzeitig auf einem geteilten Bildschirm anzuzeigen.

Kamerasysteme ersetzen zukünftig aber auch herkömmliche Rückspiegel: Das erhöht nicht nur das Wahrnehmungsvermögen des Fahrers und damit letztlich die Sicherheit, sondern reduziert auch den Kraftstoffverbrauch durch eine verbesserte Aerodynamik des Fahrzeugs. Gleichzeitig eröffnet die zukunftsweisende Technologie neue Möglichkeiten im Fahrzeugdesign. Die Kameras werden dort installiert, wo normalerweise die Seitenspiegel angebracht sind.

Wohliges Licht

Aber auch in der Innenbeleuchtung tut sich in Zukunft eine Menge: So werden unterschiedliche Variationen im Rahmen der Lichttherapie dazu genutzt, um die Wahrnehmungen der Insassen zu unterstützen. Ein grelles, kühles Weißlicht zum Beispiel verhindert, dass der Fahrer ermüdet, während warmes Licht ein wohliges Gefühl und Harmonie im Innenraum schafft.

Lichtquellen innerhalb des Fahrzeugs können aber auch eingesetzt werden, um den Fahrer auf Situationen hinzuweisen, die seine erhöhte Aufmerksamkeit erfordern. Die Lichtquellen werden über die außenliegenden Sensoren aktiviert, die den Fahrer auf potenzielle Gefahren außerhalb des Fahrzeugs aufmerksam machen, zum Beispiel wenn sich ein überholendes Fahrzeug nähert.

Überall Internet

Wenn irgendwann der Computer im Auto immer mehr denkt und lenkt, wird dort auch überall das Internet präsent sein. Wegen seiner zahlreichen Steuergeräte ähnelt ein Pkw sowieso schon längst einem PC. Dank Onlinezugang lässt sich bei Facebook posten, im Web oder der eigenen Cloud surfen.

Denkbar ist auch die Teilnahme an einer Videokonferenz aus dem Fahrzeug heraus. Perfekte Bedingungen also für die Digital Natives – sie haben fast das Gefühl, mittendrin zu sitzen in ihrem geliebten Smartphone.