Bei der Entwicklung von innovativen Lösungen für das autonome Fahren hat der Standort einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: Sachsen ist nicht nur „Autoland“ – sondern als „Silicon Saxony“ auch Europas größter IKT-Cluster und seit über 250 Jahren ein wichtiges Zentrum des Maschinenbaus. Visionen werden hier entlang der gesamten Wertschöpfungskette entwickelt.

Bereits seit 20 Jahren beschäftigt sich die IAV GmbH am Standort Chemnitz/Stollberg mit dem Thema automatisiertes Fahren. Heute entwickelt IAV Systeme, die einem Auto sagen, welche Schlüsse es aus den Informationen seiner Kameras und Sensoren ziehen soll. Wie das funktioniert, zeigt IAV in einem Versuchsfahrzeug: Schon mehrfach hat der hochautomatisiert fahrende VW Golf VII die A4 zwischen Chemnitz und Dresden gemeistert.

Lösungen für das Auto der Zukunft

Vom Trend zum autonomen Fahren profitiert die Dresdner XENON Automatisierungstechnik GmbH und baut für Kunden wie Bosch oder TDK Epcos die Produktion von Anlagen zur Fertigung von zum Beispiel Radar- und optischen Sensoren aus. Die First Sensor-Business Unit Mobility in Dresden produziert Sensoren und Kamerasysteme, die in teil- und vollautonomen Fahrassistenzsystemen zum Einsatz kommen.

Für sicheres hochautomatisiertes Fahren sind intelligente Verkehrssysteme eine wichtige Voraussetzung.

Den entscheidenden Schritt zur Realisierung der Vision vom autonomen Fahren werden aber die Nachrichtentechniker einleiten. Sensoren können nicht um die Kurve sehen, Pkw müssen miteinander und mit Verkehrsregelungssystemen kommunizieren können.

Dazu bedarf es Technologien zur Echtzeit-übertragung von großen Datenmengen. Führend sind auf diesem Gebiet die Forscher vom „5G Lab Germany“ der TU Dresden. Sie arbeiten gemeinsam mit Industriepartnern wie Bosch, IDT oder Telemotive am Mobilfunkstandard der Zukunft.

Intelligente Verkehrssysteme

Für sicheres hochautomatisiertes Fahren sind intelligente Verkehrssysteme eine wichtige Voraussetzung. Die sächsischen Aktivitäten auf diesem Gebiet koordiniert die SAENA GmbH – zum Beispiel in der gemeinsam aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft geborenen Initiative „Synchrone Mobilität 2023“.

Um nur einige der Partner dieser Vision zu nennen: Am Dresdner Fraunhofer-Institut IVI stehen Car-to-X-Lösungen für MIV und ÖPNV im Fokus. Die Mugler AG in Oberlungwitz baut Kommunikationsnetze für die vernetzte Mobilität auf. Die TU Dresden ist mit Entwicklung und Betrieb der Dresdner Verkehrsleitzentrale VAMOS Vorreiter bei der IT-gestützten dynamischen Verkehrssteuerung.

Auch für VW ist Dresden eines von vier Testfeldern für urbane Mobilität in Deutschland.

Bei der FSD Fahrzeugsystemdaten GmbH in Dresden – Deutschlands Zentralstelle für Kfz-Prüfvorschriften – werden Prüfvorgaben für automatisierte Fahrfunktionen entwickelt.

Das „Autoland Sachsen“ ist auch für Start-ups genau der richtige Nährboden. Zum Beispiel für die FusionSystems GmbH, die Systeme unter anderem für die Fußgänger- und Fahrbahnerkennung entwickelt. Oder für die NAVENTIK GmbH und ihre Lösungen für die hochgenaue, satellitengestützte Fahrzeuglokalisation und -navigation.

Kein Wunder also, dass auch die Bundesregierung auf die einzigartige sächsische Kompetenz aufmerksam geworden ist: Dresden ist eine von sechs deutschen Städten, in denen das Verkehrsministerium den Aufbau von Testfeldern für hochautomatisiertes Fahren und intelligente Verkehrssysteme fördert. Auch für VW ist Dresden eines von vier Testfeldern für urbane Mobilität in Deutschland.

Kurzum: Wenn es um das Fahren der Zukunft geht, hat die Region viele innovative Kompetenzen zu bieten. Das „Autoland Sachsen“ fährt vor – höchste Zeit zum Einsteigen.