Das automatische Notrufsystem 112 eCall wird Pflicht: Am 4. Dezember 2014 hat der zuständige Ausschuss im Europaparlament in Brüssel der Einführung zugestimmt. Alle neuen Pkw-Fahrzeugtypen und leichten Nutzfahrzeuge müssen ab Frühjahr 2018 mit dem automatischen Notrufsystem ausgestattet sein, um bei einem Unfall ohne weiteres Zutun den Rettungsdienst zu alarmieren und so die Zeit bis zum Eintreffen der Helfer zu reduzieren.

Und Zeit ist ein entscheidender Faktor, Menschenleben zu retten. Im Schnitt sterben etwa 26.000 Menschen pro Jahr auf Europas Straßen.

Manuell oder per Sensor

Mit einem Notrufsystem ausgestattete Fahrzeuge setzen direkt nach dem Unfall selbsttätig einen Notruf an die nächstgelegene Notrufzentrale ab, die europaweit unter der einheitlichen Nummer „112“ erreichbar ist. Auf Wunsch lässt sich der Notruf manuell auslösen, was im Fall einer plötzlichen Erkrankung oder anderen Notsituation äußerst hilfreich werden kann.

In allen anderen Fällen übernehmen Crashsensoren ganz automatisch diesen Job. Die Notrufzentrale erhält neben der genauen Standortmeldung des Fahrzeuges auch die Möglichkeit, mit den Insassen zu sprechen.

Dies vermittelt genauere Informationen zu Schwere und Umfang des Unfalls und kann diese umgehend an die Retter weitergeben. Auch Informationen zum Unfallfahrzeug werden übermittelt: Modellspezifische Rettungskarten ermöglichen Helfern, sich schon im Vorfeld auf mögliche Maßnahmen beim Eintreffen am Unfallort und die Bergung von Personen vorzubereiten.

Keine Daten an Dritte

Noch äußern Datenschützer auch Bedenken. Befürchtet wird, dass das System auch Daten zur Fahrweise sammeln und weitergeben kann. Laut Parlament besteht jedoch kein Anlass zur Besorgnis. Daten werden erst dann übermittelt, wenn ein Unfall geschieht.

Das betrifft Informationen zur Fahrzeugklasse, Art des Treibstoffs sowie die Unfallzeit und den genauen Unfallort. Ähnlich einem Arztbesuch darf ohne ausdrückliche Genehmigung keine Information an Dritte weitergegeben werden – zudem müssen alle Daten löschbar sein.

Bestehende Systeme können genutzt werden

Einige Hersteller sind der zu erwartenden Einführung bereits vor einigen Jahren begegnet und bieten eCall-Notrufsysteme bereits serienmäßig in ihren Fahrzeugen an. Laut Gesetzesvorlage können Verbraucher wählen, ob sie den einheitlichen EU eCall oder das eCall-System des jeweiligen Fahrzeugherstellers nutzen möchten.